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01/11/18

"Schnuppertag" und Elterninformation

Am 09. Februar sind alle SchülerInnen des Jahrgangs 10 aus anderen Schulen eingeladen, einen Tag am GBN zu hospitieren um uns kennenzulernen. Treff ist 7.55 Uhr in der Cafeteria, bitte anmelden unter info@gymbane.de. Die Elterninformation findet am 13. Februar um 19.00 Uhr im Forum statt, vorher ab 18.00 Uhr eine Information zum bilingualen Geschichtsunterricht spanisch (fortgeführte Fremdsprache).


Seminarfach Mensch-Natur

Meeresbiologie auf der Hochseeinsel Helgoland 

Als wir vor gut einem Jahr beschlossen haben, dass uns unsere Kursfahrt nach Helgoland führen wird, waren die Reaktionen gemischt. Es reichte von „Helgoland – wo liegt das denn?“ über „Da fahren doch nur Senioren hin“ bis zu „Das wird bestimmt eine schöne Kursfahrt“.

Etwas verschlafen, aber gut gelaunt, starten wir am 24.09.2017 morgens um 5:30 Uhr mit dem Bus von Bad Nenndorf, um unter wissenschaftlicher Leitung des OPENSEA Schülerlabors eine Woche lang in die Tiefen der Meeresbiologie einzutauchen. Aber zunächst hatten wir nach der Anfahrt mit Bus, Fähre und Fußmarsch zur Jugendherberge erst einmal den Sonntagnachmittag frei, um uns die Insel ein wenig anzuschauen.

Dass es dort bis auf wenige Ausnahmen keine Autos gibt, wusste man ja schon, doch dass auch Fahrräder verboten waren und man so alles zu Fuß erledigen muss, war vielen neu. Am Ende der Woche waren da schon einige Kilometer zusammengekommen.

Montag nach dem Frühstück empfingen uns dann auch schon unsere Betreuer Brigitte Harth, Miriam Becker und Carlos, um uns in das Labor des Alfred-Wegner-Institutes (AWI) einzuführen und das Programm für die Woche zu planen.

Schnell wurde allen bewusst, dass es hier nicht nur darum ging, Informationen über verschiedene meeresökologische Themen zu erhalten, sondern viel mehr praktische Methoden anzuwenden und die gewonnenen Daten auszuwerten.

Gleich am Dienstag starteten wir mit einer Kartierung im Felswatt. Dieser an der deutschen Nordseeküste einmalige Lebensraum zeichnet sich durch ein besonderes Artenspektrum aus. Mit ablaufendem Wasser kletterten wir über die Steine am „Kringel“ und sammelten nicht nur exemplarisch Pflanzen und Tiere, sondern erhoben auch entlang eines Transektes verschiedene abiotische Parameter wie das Höhenprofil, die Salinität, Temperatur oder Windgeschwindigkeit. Im Labor konnten dann anschließend Arten wie die Meertomate (Anemone), der Schlangenstern oder der Meersalat bestimmt werden. Von den verschiedenen Makroalgen wurde zudem noch ein Herbarium angefertigt.

Höhepunkt der Woche stellte die Ausfahrt mit dem Forschungsschiff „Utörn“ dar. Bei beachtlichem Seegang war unser Ziel die tiefe Rinne vor Helgoland. Während des zweistündigen Aufenthaltes auf See wurde eine Dretsche gezogen, mit der vor allem Muschelkalk und die daran lebenden Kleinstlebewesen an Bord gebracht werden konnten. Beim anschließenden Schleppnetzzug ging es darum, unter definierten Bedingungen herauszufinden, wie sich das Artenspektrum eines solchen Fangs zusammensetzt. Nicht alle von uns waren seefest. So standen einige lieber auf dem Oberdeck und hielten die Nase in den Wind, während die große Mehrheit unten den Fang sortierte und auszählte. Hummer, Seesterne, mächtige Taschenkrebse, Fische und vieles mehr galt es zu bestimmen und zu sortieren. Die ernüchternde Erkenntnis dieses Tages war es, dass der weit größte Anteil bei dieser Fangmethode nicht Speisefische waren, sondern sogenannter Beifang, von dem die wenigsten Tiere wieder lebend das Meer erreichen.

Ein weiteres, sehr aktuelles Thema ist der Plastikmüll in den Weltmeeren. Auch hierzu konnten wir an einer Studie teilnehmen, indem nach einem standardisierten Verfahren der Strand abgesucht wurde. Von Fischernetzresten, Elektrokabeln und Plastikfolie bis hin zu Paraffinklumpen fand sich allerhand Zivilisationsmüll. Die Aufarbeitung einer Sandprobe förderte zudem feines Mikroplastik zu Tage, welches nach einer spektroskopischen Bestimmung den verschiedenen Kunststoffen zugeordnet werden konnte. Die Mikroskopie von Planktonproben, die Durchführung von Modellversuchen zum Salzgehalt und dem pH-Wert der Meere, der Besuch des Fanggartens mit Beringungsaktion der Vogelwarte Helgolands, die Wanderung auf dem Oberland mit Blick auf die „Lange Anna“, Einblicke in die Geschichte Helgolands bei einer Führung durch die historischen Bunkeranlagen, eine Exkursion auf der vorgelagerten Düne mit ihren Seehunden und Kegelrobben sowie die Schülerpräsentationen zu einzelnen Projektthemen rundeten das Programm dieser Woche vollends ab.

Waren die Erwartungen am Sonntag noch gemischt, zeigte sich am Freitag die einhellige Meinung einer erlebnisreichen, gelungenen und einmaligen Studienfahrt. Die fachlich fundierte Betreuung durch die Mitarbeiter des AWI, die Nutzung der hochwertigen und modernen Laborausrüstung sowie die Teilnahme an aktuellen Forschungsprojekten wurden von der Gruppe besonders hervorgehoben.

Frau Lucht und ich als Begleiter blicken auf eine arbeitsreiche, aber fantastische Studienfahrt zurück, die uns auch dank der tollen Mitarbeit der Schülerinnen und Schüler noch lange in guter Erinnerung bleiben wird.

F. Pfeiffer



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