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Moorpflege

Ein Seminarfach erweckt das Tote Moor zum Leben…

Der Seminarfachkurs von Herrn Pfeiffer aus dem Jahrgang 11 traf sich am 13.01.2017 morgens an der „Alten Moorhütte“ bei Mardorf. Warm gekleidet, mit dicken Socken in den Gummistiefeln, Arbeitshandschuhen und warmen Tee, ging es mit Astscheren ausgerüstet in das Tote Moor. Aber was treibt diese Gruppe bei Schnee und kühlem Wind an so einem Tag in das Moor?

Niedersachsen war einst reich an Hochmooren, nirgends in Deutschland gab es mehr. Einer dieser Hochmoorkomplexe lag und liegt gar nicht weit von uns entfernt im Nordosten des Steinhuder Meeres zwischen Mardorf und Neustadt am Rübenberg – das Tote Moor.

Sein Name war über viele Jahrzehnte Programm, denn industrieller Torfabbau und intensive Landnutzung führten zum Absterben der typischen, auf diesen Lebensraum spezialisierten Tier- und Pflanzenwelt. Schnabelried, Wollgras, Rosmarienheide, Moosbeere, Sonnentau und Torfmoos sind nur einige Vertreter der typischen Hochmoorvegetation, die diesen sehr feuchten Lebensraum mit wenigen Mineralien, einem sauren pH Wert und viel Licht benötigen. Genauso wie Moorlibellen, Moorbläuling oder Schlingnatter als einige Vertreter der Tierwelt konnten sie dort nicht mehr leben, da eine intensive menschliche Nutzung des Hochmoores seine umfassende Entwässrung zur Voraussetzung hat. Tiefe Gräben, in denen schwarzes Moorwasser aus dem Gebiet abfließt, zeugen noch heute von dem menschlichen Eingriff.

Inzwischen sind weite Teile des Toten Moores als Naturschutzgebiet ausgewiesen und das Moor beginnt wieder zu leben. Gleichwohl muss die Entwässerung teilweise aufrechterhalten werden, um die in der Zwischenzeit angelegte Infrastruktur wie Straßen oder Siedlungen des einst dünn besiedelten Gebietes nicht zu gefährden.

Und hier beginnt das Dilemma. Auf unbewirtschafteten Torfflächen, die jedoch nicht wie nötig bis zur Oberfläche mit Wasser gesättigt sind, liefern sich die typischen Moorpflanzen einen ständigen Überlebenskampf um Wasser und Licht mit schnell wachsenden Pflanzen wie Birken oder Kiefern.

Unser Ziel war es in einem Teilbereich, wo früher noch per Hand Torf gestochen wurde, diese aufwachsenden Birken und Kiefern zu entfernen, damit sich der dort schon gut ausgeprägte Hochmoorlebensraum weiter positiv entwickeln kann.

Mit Genehmigung des Fachbereichs Umwelt der Region Hannover und der sowohl fachlichen als auch materiellen Unterstützung des Regionalen Umweltbildungszentrums Steinhuder Meer (RUZ) wollten wir „entkusseln“. Dieser Begriff beschreibt das Abschneiden der kleinen Birkenäste direkt über dem Boden und deren Entfernung aus der Fläche. Unsere Bearbeitungsfläche ist für Touristen, Schulklassen oder Kindergärten zugänglich, soll einen Einblick in diesen sensiblen Lebensraum geben und die Artenvielfalt eines Hochmoores aufzeigen.

Hoch motiviert und sehr effektiv wurden Büsche geschnitten, wegetragen und aufgeschichtet. Dabei durfte natürlich das regelmäßige Aufwärmen mit warmen Tee/Kaffee das leckere Essen nicht fehlen. Bei guter Stimmung trotzten wir dem nicht ganz optimalen Wetter und konnten bis zum frühen Nachmittag ein beachtliches Stück bearbeiten.

Im Sommer wollen wir wiederkommen, um zu sehen, wie sich „unsere“ Fläche entwickelt hat. Dann können wir uns hoffentlich freuen, dass wir nicht nur einen ganz praktischen Beitrag zur Förderung der Biodiversität, sondern auch zum Klimaschutz geleistet haben. Neben der ökologischen Bedeutung sind lebende Hochmoore heute ja allgemein als riesige Kohlenstoffdioxidspeicher anerkannt.

Bis zum nächsten Einsatz, das Seminarfach „Natur pur“…

Frank Pfeiffer



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