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Museumstag 2016

SchülerInnen des Jg. 11 und 12 in Herford

Bereits der Titel der Ausstellung „Angriffe, Veränderungen, Explosionen“ im Museum Marta macht uns neugierig.

Gleich beim Betreten des ersten Ausstellungsraums achten wir darauf, nicht auf die schwarzen rechtwinkligen Formen zu treten, die auf den Boden geklebt sind, denn sie gehören zum Kunstwerk. Die hohen weißen Wände  sind von oben bis unten mit leichten, schwarzen Platten beklebt. Das erinnert an Stracciatella-Eis oder an einen Dalmatiner. In ihrer Einfachheit regt diese Rauminstallation zum Nachdenken an. Vor allem aber wirkt sie dynamisch und drängt uns eine Bewegung auf, die uns in den nächsten Raum schleust. Dort liegt haufenweise bedrucktes, bekritzeltes und zerrissenes Papier auf dem Boden herum. Hier müssen wir uns nicht so sehr vorsehen. Überall sind schwarze Farbkleckse. Unser Blick ist auf einen zwei Meter hohen Klotz aus gepresstem Altpapier geheftet. „Ist das Kunst oder kann das weg?“ steht als Frage im Raum. Wir hören, dass die Künstlerin sich bei der Eröffnung quasi als menschlicher Pinsel wild durch den Raum bewegt hat. Wie nach einem Vulkanausbruch blieb höchst fruchtbares und wiederverwertbares Material zurück. Still betrachten wir die Überreste, die noch von Archäologen, Zeichnern und Archivaren untersucht und geordnet werden. Das gehört zum Konzept, denn das kostbare Material soll für zukünftige künstlerische Aktionen erneut zur Verfügung stehen.

Andere Künstler verarbeiten ebenso Reststoffe unserer industriellen Zivilisation wie verbogene Stahlträger, Stangen und Drähte, aber auch Naturmaterialien. Eine Installation aus Steinen, Ästen und Baumrinden sieht vollkommen künstlich aus, denn sie ist mit Neonfarben besprüht und mit bunten Metallstangen und Drähten durchsetzt. Fürs Ohr gibt es dazu einen Mix aus digitalen und natürlichen Sounds – so fühlt man sich entrückt in einen fremden Traum-Raum.

Wir sehen Betonplatten in verschiedenen Zuständen (stabil, brüchig und gebrochen), trommeln auf einer klingenden Wand und laufen gebückt durch einen überdimensionierten Gehör-Gang, der aus alten, zerbrochenen Spanplatten errichtet ist, Fundstücke von den Straßen in Sao Paulo. Schließlich klettern einige von uns noch auf ein hohes Gerüst, um durch ein großes Loch in der Raumdecke zu schauen. Es gibt den Blick frei auf das Innere des nicht renovierten, verschachtelten Dachbodens. Dort oben sitzt ein anti-ästhetisches, unansehnliches Kunstwerk wie ein Parasit im Dachstuhl.

Alles in allem ist der Ausstellungsbesuch im Marta ein großartiges Erlebnis, denn wir lernen extreme Positionen der Gegenwartskunst kennen und erfahren wie durchdringend, raumsprengend und überraschend Kunst sein kann.  An diesem Tag erhalten wir viele Anregungen zum Nachdenken und reichlich Stoff für lebhafte Diskussionen, die wir im neuen Jahr in der Schule noch weiterführen.

Stefanie Aselmann



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