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11/15/18

Einladung

Die Weihnachtskonzerte finden dieses Jahr finden am 19. und 20. Dezember um 18.00 Uhr im Forum statt.

Anders als in den Vorjahren ist das Programm an den beiden Abenden nicht identisch:

Mittwoch mit: Bläserklasse 5b, Unterstufenchor, Stomp-AG, Junior Big Band, GBN Big Band.

Donnerstag mit: Bläserklasse 6b, Juniorblasorchester, Mittel- und Oberstufenchor, Musik-LK, GBN Big Band.

Eintrittspreise: 3 Euro für Erwachsene, 2 Euro für Schüler. Der Kartenvorverkauf beginnt am 6.Dezember in der großen Pause (Nähe Forum).


Austausch mit der Bednarska in Warschau 2015

Expedition zu den Polen

Nach der üblichen frühen und längeren Zugfahrt ohne Komplikationen, der polnischen Bahn sei es gedankt, und bei schlechtem Wetter startete die Gruppe nach Warschau. Nach einem ersten Kennenlernen in den Gastfamilien und einer ersten individuellen Unternehmung während des ersten Tages ging es am nächsten Morgen gemeinsam mit den polnischen Gastgebern gleich wieder in den Bus, um nach Sejny zu fahren. Dies ist ein kleiner Ort so nah an der polnisch-litauischen Grenze, dass die Handywecker einiger Teilnehmer am folgenden Morgen eine Stunde früher klingelten.

Dort war das Ziel eine gemeinsame Erfahrung von Fremdheit zu machen in den Workshops, die von der ansässigen Fundacja Pogranicze zu den Themen „Geschichte und Kultur der altorthodoxen Christen“ und „Ikonenmalerei“ veranstaltet wurden. Eine erste Erfahrung von Fremdheit hatten die Teilnehmerinnen allerdings schon beim Essen in einem litauischen Gasthof in Sejny, der typische Gerichte der Region, in der Vegetarier eigentlich nicht vorgesehen sind, anbot.

Dem Programm vorangestellt war eine kleine Führung durch das Haus, welches das ehemalige Gutshaus von Verwandten des polnischen Dichters Ceslav Milos, der dort als Jugendlicher regelmäßig seine Sommer verbrachte und der 1984 vor allem für seine Dichtung den Nobelpreis für Literatur verliehen bekam, war. Nach dem Fall des Kommunismus ist das Haus renoviert worden und beherbergt heute auf Wunsch Milos' eine Begegnungsstätte, die zum Dialog aufruft, etwa abends beim gemeinsamen Grillen einer Wurst über dem offenen Feuer. Danach erhielten wir eine Einführung in die Geschichte und Kultur der altorthodoxen Christen, die sich im 17. Jahrhundert in der Gegend ansiedelten, nachdem sie Russland verließen, da sie die dort angestrebte Kirchenreform nicht mittragen wollte. Noch heute lebt eine Minderheit nach den alten Regeln und sie bilden eine interessante Minderheit in einer Gegend, die von friedlichen Miteinander verschiedener religiöser und ethnischer Gruppen geprägt war.

Die Erfahrung von Fremdheit erfuhr am nächsten Tag einen Höhepunkt beim Workshop zur Ikonenmalerei, eigentlich aber Ikonenschreiberei, weil man Ikonen nicht „malt“, sondern schreibt, da sie einen Dialog mit Gott darstellen. Die Ergebnisse des Workshops fielen sehr unterschiedlich aus, allerdings haben sich die TeilnehmerInnen intensiv mit ihrem jeweiligen Bild beschäftigt und hatten einen Eindruck von etwas völlig Fremden bekommen, wenngleich die durchführende Künstlerin gleich zu Beginn darlegte, ein Workshop an einem Vormittag für die Gestaltung einer Ikone ohne Vorkenntnisse sei eigentlich eine „mission impossible“.

Nach der Rückkehr zeigte sich Warschau von der besten Wetterseite und so konnten die zwei weiteren Tage bei strahlendem Sonnenschein verbracht werden. Neben etwas Sightseeing und einem Blick auf Warschau von dominanten Kulturpalast, lag der Schwerpunkt jetzt auf dem Trennenden zwischen deutscher und polnischer Gruppe, also der Beschäftigung mit der deutschen Besatzung Warschaus während des Zweiten Weltkriegs, der durch zwei fürchterliche Höhepunkte gekennzeichnet ist: zum einen das Warschauer Ghetto und der Aufstand, zum anderen der Aufstand der Warschauer Bevölkerung gegen die deutschen Besatzer.

Dem Aufstand der Warschauer Bevölkerung gegen die deutsche Besatzung wird neben einer Vielzahl von Denkmalen in der Stadt vor allem im Museum des Warschauer Aufstands laut und eindringlich gedacht. Der Prestigebau in einer ehemaligen Fabrik, vor allem von den Kaczynski-Brüdern gefördert, bietet Geschichte zum Anfassen und Fühlen. Besonders eindringlich dabei ist ein virtueller Rundflug über das zerstörte Warschau in 3D, aber auch die anderen Exponate stellen den Widerstand der Bevölkerung als heroischen Akt gegen die deutschen Besatzer dar, der bewusst nicht von den sowjetischen Truppen unterstützt wurde.

Das POLIN, das neue jüdische Museum in Warschau, setzt hingegen andere Akzente und weist schon eine andere Formsprache auf als etwa das jüdische Museum in Berlin. Zwar bilden auch hier die Ereignisse der Kriegsjahre einen Schwerpunkt, jedoch ist dieser in die gesamte wechselvoll Geschichte jüdischen Lebens in Polen seit dem Mittelalter eingebettet und versucht so überzeugend zu zeigen, dass es mehr als den Holocaust in der jüdischen Geschichte gibt. Die anschließende Begehung des ehemaligen jüdischen Ghettos mit seiner Gedächtnislandschaft, in der auf vielfältige Weise an die Ereignisse im Ghetto an den Originalplätzen erinnert wird, rundeten dann das Programm ab, das großzügig vom Deutsch-Polnischen Jugendwerk gefördert wurde und seine Fortsetzung bei der Rückbegegnung in Berlin und Bad Nenndorf im November finden wird.

Kay Tomhave  



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