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11/15/18

Einladung

Die Weihnachtskonzerte finden dieses Jahr finden am 19. und 20. Dezember um 18.00 Uhr im Forum statt.

Anders als in den Vorjahren ist das Programm an den beiden Abenden nicht identisch:

Mittwoch mit: Bläserklasse 5b, Unterstufenchor, Stomp-AG, Junior Big Band, GBN Big Band.

Donnerstag mit: Bläserklasse 6b, Juniorblasorchester, Mittel- und Oberstufenchor, Musik-LK, GBN Big Band.

Eintrittspreise: 3 Euro für Erwachsene, 2 Euro für Schüler. Der Kartenvorverkauf beginnt am 6.Dezember in der großen Pause (Nähe Forum).


Biologie pur – die Halligexkursion

Freitagmorgen in Bad Nenndorf – der eN Biologiekurs von Herrn Pfeiffer trifft sich an der Schule. Ein erster Überblick zeigt neben den 23 Schülern und unserer Begleitung Frau Schütte noch einen Gepäckberg, bei dem man nicht vermuten würde, dass wir in drei Tagen wieder zurück sind. Bepackt mit Kleidung für jede Wetterlage und Lebensmitteln, die uns auch ein einwöchiges „Land unter“ überdauern ließen, besteigen wir schließlich den Bus und starten gen Norden.

Auch wenn Schlüttsiel nach einem malerischen Dorf mit Blick auf die Nordsee klingt, müssen wir erfahren, dass es doch nur ein überschaubarer Fähanleger ist. Als wir bei leichtem Regen wartend am Fährhäuschen stehen, lernen wir auch schon unseren zukünftigen Betreuer Wito kennen - ein junger, engagierter Mann, der zusammen mit weiteren BFDlern und Biologen auf Langeneß für die Nationalparkverwaltung tätig ist.

Die entspannte Lebenshaltung des Nordens scheint auch auf die Fähre übergegangen zu sein, denn für eine auf der Karte überschaubare Strecke benötigen wir dann doch gut zwei Stunden Fahrtzeit. Auf der Hallig Langeneß angekommen – und man hüte sich davor, von einer Insel zu sprechen – ist der leichte Regen der Abfahrt in einen soliden Wolkenbruch übergegangen.

Der 16.06.2012 ist dann nicht nur unser erster richtiger Exkursionstag, sondern auch der GEO TAG der ARTENVIELVALT! Gemäß dem diesjährigen Motto „Grenzgänger, Überflieger, Gipfelstürmer: Wie Tiere und Pflanzen sich verbreiten“ gilt unser Interesse den Arten, die mit dem Wattenmeer und den Salzweisen einen Lebensraum nutzen, der zum Teil sowohl Angepasstheiten an das Leben im Meer als auch dem Land erfordert.

Wer zu dieser Jahreszeit auf den Wegen durch die Salzwiesen unterwegs ist, dem fällt sofort eine Tiergruppe auf, die sich nicht nur optisch, sondern auch akustisch deutlich bemerkbar macht – die Vögel. Somit steht unser Vormittag im Zeichen der Vogelwelt von Langeneß, in welche wir nach einer theoretischen Einführung durch unseren Betreuer Felix „eintauchen“. Dazu begeben wir uns mit den Fahrrädern bei inzwischen sonnigem Wetter auf einem Aussichtsturm an den Rand eines Naturschutzgebietes. Von dort bietet sich mit Spektiven und Ferngläsern ein toller Blick über ungenutzte Salzwiesen und neben den uns inzwischen bekannten Austernfischern und Rotschenkeln entdecken wir noch viele weitere Arten wie z.B. Kormorane, die gerade ihr Gefieder trocknen lassen, Brandgänse, Lachmöwen, Säbelschnäbler und als Highlight einen großen Knutt-Schwarm.

Nach der Mittagspause und einer kleinen Theorieeinheit zur Datenerhebung im Freiland nutzen wir das ablaufende Wasser für eine geführte Wattexkursion. Wir lernen etwas über die Lebensweise der verschiedenen Wurm-, Schnecken-, Muschel- und Krebsarten, führen eine Wattkartierung durch und stehen irgendwann ganz weit draußen an der Wasserkante. Bei der Suche nach den verschiedenen Organismen erfasst manchen von uns ein wahres „Jagdfieber“, so dass die mitgebrachten Schraubgläser am Schluss ein beachtliches Artenspektrum aufweisen. In diesem Enthusiasmus vergisst man leicht den Rückweg, welcher sich nun mit inzwischen knurrenden Magen doppelt so lang anfühlt wie der Hinweg.

Am 17.06. nehmen wir das Watt erneut unter die Lupe – und das im wahrsten Sinne des Wortes. Mit Binokularen gilt es, unsere Proben vom Vortag genauer auf Lebewesen zu untersuchen. In Kleingruppen finden u.a. Versuche zur Bewegung des Wattwurms im Sediment, der Filterleistung von Miesmuscheln, dem Bauverhalten des Bäumchenröhrenwurms oder der Biomassenbestimmung einer Wattprobe statt. Hinzu kommen zahlreiche Testverfahren zum pH Wert, der Salinität, der Temperatur sowie zur Unterscheidung von aeroben und anaeroben Zonen im Wattsediment und den Korngrößen. Im warmen Seminarraum und mit einer Tasse Tee stört es uns dieses Mal auch gar nicht, dass draußen reichlich Süßwasser vom Himmel fällt.

Wie auf Bestellung ändert sich das Wetter aber pünktlich zum Nachmittag, so dass wir uns wie geplant den Pflanzen und Insekten der Salzweisen widmen können. Die eine Hälfte des Kurses begibt sich dazu auf Beweidungsflächen und an Prielränder, um dort die Pflanzengesellschaft zu bestimmen und ein kleine Flächenkartierung durchzuführen. Der anschließende Abgleich mit den Zeigerwerten dieser Pflanzen und die Zusatzinformationen der Literatur zeigt zum einen, dass es hier Pflanzen wachsen, die bei uns nicht vorkommen, und zum anderen, dass diese spezielle Angepasstheiten an den Salzgehalt des Bodens aufweisen.

Die zweite Gruppe hingegen ist mit Kescher und Exhaustor am Rand der Warft sowie den Wegrändern unterwegs, um möglichst viele Insekten zu fangen. Die Fangquote ist super – nur das bestimmen stellt eine echte Herausforderung dar. Trotz umfangreicher Literatur und der Verwendung von Bestimmungsschlüsseln lassen sich einige Tiere nicht eindeutig zuordnen.

Dass die Fähre die Hallig nur zweimal am Tag anfährt, hat uns bisher nicht gestört – doch am Montagmorgen wird dies allen extrem deutlich bewusst, als um 5:00 Uhr die Wecker klingeln. Entlohnt werden wir zum Abschluss noch einmal mit einem herrlichen Morgen ohne Regen und Wind, so dass wir müde aber wehmütig von unseren Betreuern, dem Haus, den Schafen, den Kühen und den Rufen der Austernfischer Abschied nehmen.

eN Kurs Biologie Jg. 11



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