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01/11/18

"Schnuppertag" und Elterninformation

Am 09. Februar sind alle SchülerInnen des Jahrgangs 10 aus anderen Schulen eingeladen, einen Tag am GBN zu hospitieren um uns kennenzulernen. Treff ist 7.55 Uhr in der Cafeteria, bitte anmelden unter info@gymbane.de. Die Elterninformation findet am 13. Februar um 19.00 Uhr im Forum statt, vorher ab 18.00 Uhr eine Information zum bilingualen Geschichtsunterricht spanisch (fortgeführte Fremdsprache).


Seminarfahrt des Seminarfachs "Lebendige Antike": Golf von Neapel

In der wunderschönen Gegend am Golf von Neapel tobte (schon) in der Antike das Leben. Hier vergnügte sich die „Highsociety“, hier standen die Landvillen der Superreichen, hier erholte man sich vom Großstadtstress Roms. Und hier konservierte der Vesuv, ein Vulkan, bei seinem vom Schriftsteller Plinius beschriebenen Ausbruch im Jahre 79 n. Chr. die antiken Städte Pompei und Herculaneum unter einer Schlacke bzw. Ascheschicht, sodass man hier lebendiger als irgendwo sonst Wohnhäuser, Geschäfte, Theater und Szenen des alltäglichen Lebens (nach-)erleben kann. (Fz)

Der erste „richtige“ Tag begann früh und wir fuhren lange, bis wir in Cumae ankamen. Dort führte man uns in die Sage der Prophetin Sybille und den Mythos des Odysseus ein und zeigte uns den Einstieg zum Totenreich durch die Sybillengrotte.

Weiterhin erklommen wir die Akropolis (Oberstadt), an deren Fuß die Orakelstätte liegt und die einen atemberaubenden Ausblick auch auf den Arco felice bot, einen Torbogen über die Via Domitiana, die antike Straßen-verbindung zum Golf von Neapel. (Laura K.)

Cumae liegt etwa 1,5 Autostunden von Sorrent entfernt am schönen Avernersee, welchen wir leider nicht besichtigten konnten. Die Stadt Cumae wurde in der ersten Hälfte des 8 Jh. v. Chr. von den Griechen besiedelt und gilt als eine der ältesten griechischen Kolonien des Westens.

Die Grotte der Sibylle in Cumae wird auch in verschiedenen antiken Quellen genannt z.B. in Vergils Äneis, wo sie dem Helden Äneas als Eingang zur Unterwelt diente. Verschiedene Textstellen aus dem 6. Buch von Vergils Epos befinden sich auf dem Gelände verteilt und können von Lateinkundigen nachgelesen werden. Unsere mutigen Lateiner versuchten sich auch sogleich, hatten allerdings bei der Stehgreif-Übersetzung ihre Probleme.

Von der Größe jedoch, die Vergil beschrieb, lässt sich nichts erahnen.

Ein weiterer literarischer Unterweltabstieg, der auf Cumae bezogen werden kann, ist Odysseus Kontakt mit dem Hades (Unterwelt), beschrieben im 11. Buch der Odyssee. (Anke, Lisa- Kristin, Katja und Jacqueline)

Der im Anschluss an die Besichtigung Cumaes geplante Fußmarsch zum Arco felice wurde kurzerhand durch eine Busfahrt ersetzt und so gelangten wir schnell nach Baiae, wo wir viele Ruinen römischer Bäder vorfanden. Die Referenten erklärten, dass es sich um alte Thermalbäder handelte und dass neben der medizinischen Nutzung dieser Bäder das Baden einem „Nationalsport“ glich. Außerdem erfuhren wir, dass Baiae ein Fischerdorf war, das sich der Fischzucht zuwandte, das aber ebenfalls die dekadente Lebensweise vieler Kurgäste und zugezogener reicher Stadtrömer zuließ.

Es lassen sich auch noch Reste antiker Luxusvillen besichtigen, jedoch nur per Tauchgang, da die Häuser aufgrund von Veränderungen des Meeresspiegels heute unter Wasser liegen. (Laura K.)

Am Mittwoch erwartete uns ein anstrengender aber auch eindrucksvoller Tag: Es galt den 1281m hohen Vesuv zu erklimmen, der 79 n. Chr. Pompeji und andere Städte durch eine Eruption auslöschte.

Der Aufstieg ist ein wenig anstrengend, doch wegen der tollen Aussicht, die einen oben erwartet, lohnt es sich auf jeden Fall.

Oben angekommen konnte man direkt in den neuen Krater hineinsehen und an einigen Stellen zeigten auftretende Rauch- und Gasschwaden die noch immer aktive Natur des Vesuvs.

Vom Kraterrand aus konnte man nun auch Pompeji und Herculaneum sehen. Diese Städte wurden 79 n. Chr. beim Ausbruch komplett durch Bimssteinregen oder den pyroklastischen Strom verschüttet. Durch den Ausblick wurde uns deutlich, wie gewaltig der Ausbruch gewesen sein muss, da man sieht, welch eine große Fläche von der Zerstörung betroffen gewesen war. (Sophia, Carmen)

Am Donnerstag verschlug es uns nach Pozzuoli, wo wir zunächst die Campi flegrei (aktive vulkanische Schwefelfelder) begutachteten.

Anschließend besichtigten wir das Anfiteatro Flavio, das nach dem Kolosseum in Rom das größte im Land war. Nach einem kurzen Ausblick über die Altstadt Rione Terrae und den für das antike Rom bedeutenden Handelshafen Portus Iulius bekamen wir noch die antiken Ruinen einer Markthalle zu sehen, die mit viele Säulen verziert war. (Laura K.)

Nach einer allgemeinen Einführung besichtigten wir zunächst das Anfiteatro Flavio. Es stammt aus dem 1. Jahrhundert n. Chr. und bot Platz für ca. 30.000 schaulustige Kampanier. Die Ausgrabungen ermöglichten es uns das gesamte Amphitheater mit seinen noch erhaltenen unterirdischen Gewölben zu besichtigen, sodass wir einen wirklich lebendigen Eindruck von der Anlage bekamen, die mit ihrer ovalen Form und den Tribünen bei dem Einen oder Anderen leichte Stadionatmosphäre aufkommen ließ.

Unser letzter Besichtigungspunkt an diesem Tag war das so genannte Serapeum. Bei diesem Bauwerk handelt es sich jedoch nicht um einen Tempel, wie es der Name andeutet und es auf den ersten Blick scheint, sondern um die Überreste eines macellums, einer relativ groß angelegten römischen Markthalle aus dem 2./3. Jahrhundert. Diese wurde um einen viereckigen Innenhof angelegt, in dessen Mitte sich ein Rundbau befindet, der wahrscheinlich dem Verkauf von Frischfisch diente. Das eingezäunte Gelände konnten wir nur von der Straße aus betrachten, da es nicht betreten werden darf. (Wiebke, Fabian)

Am Freitag erwartete uns ein eher ruhiger Tag: Wir erkundeten in unserem „Heimatort“ die Grundrisse der Villa - ein Vorzeigeobjekt für das damalige dekadente Luxusleben am Golf von Neapel - des Pollius Felix, der ein ausschweifendes Leben nach der Lehre des Epikur führte und konnten anschließend an unserem freien Nachmittag das moderne Sorrent erleben. (Nikjas, Alex, Jan & Oliver)

Am vorletzten Tag fand die Exkursion zum antiken Fischerdorf Herculaneum statt, das ebenso wie Pompeji am 24. August 79 n. Chr. beim Ausbruch des Vesuvs unterging. Dort konnten wir sogar in viele Häuser hineingehen und typische Merkmale wie Atrium und Wandbemalungen erkennen.

Erstmals stieß man Mitte des 18. Jahrhunderts bei Bauten für einen Brunnen auf die bis dato vergessene Kleinstadt. Mittels eines komplexen Tunnelsystems, das teilweise noch heute erkennbar ist, wurde nach und nach das Fischerdorf freigelegt. Anfangs dienten die Ausgrabungen dem Auffinden von Reichtümern für den König von Neapel, doch im Laufe der Jahre veränderte sich der Wertefokus der Ausgrabungen auf die damalige Lebensweise und die historische Bedeutsamkeit.

Bei einer Stadtführung konnten wir in vielen Gebäuden auf sehr gut erhaltene Wandreliefe und andere Details stoßen. So waren zum Beispiel die Thermopolia ein Highlight der Führung, da diese Schanklokale die damalige Ess- und Trinkkultur widerspiegeln. Man konnte die Tresen, in die die Weinkrüge (lat. dolium) eingelassen waren, oder auch einige Essensräume besichtigen und konnte das antike römische Leben hier detailreich nachempfinden. (Hendrik, Roland, Frederick)

Am Sonntag, dem letzten Tag unserer Kursfahrt, haben wir die antiken Stätten von Pompeji besichtigt. Nachdem wir anfangs aufgrund einer Demonstration gegen Umweltverschmutzung am Vesuv fast nicht auf das Ausgrabungsgelände gelangen konnten, hatten wir es schließlich mit fast einstündiger Verspätung und einem Fußmarsch um das halbe Ruinenfeld herum geschafft und standen mitten in den Überresten der antiken Stadt.

Wir begannen sogleich mit unserem Rundgang, auf dem wir einiges über die Vergangenheit dieses Ortes und über einzelne Gebäude wie das Amphitheater, das Forum oder die Villa die Misteri erfuhren, in der sich einige der besterhaltenen antiken Wandfresken befinden. Gerade diese Gebäude machen den Reiz Pompejis aus, da sie von Vulkanasche konserviert die Jahrtausende überdauert haben und so mit nur einigen kleineren Aufbereitungen in originalgetreuen Zuständen vorgefunden werden.

Besonders spannend waren nicht nur der Besuch des antiken Rotlichtmilieus, in dem noch einige Wandgemälde mit eindeutigem Inhalt zu sehen sind, sondern auch die ausgestellten Leichen der verschütteten Bürger Pompejis, die durch Vulkangestein abgegossen bis heute erhalten sind und dem Betrachter durch ihre Körperhaltung einen Eindruck vom Grauen im Angesicht des Vulkanausbruchs verschaffen.

Man darf Pompeji getrost zu den Höhepunkten dieser Kursfahrt zählen, sodass auch bei unserer Exkursion an den Golf von Neapel das Motto zutrifft: „Das Beste kommt zum Schluss!“ (Lukas)



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