Das kanadische Winterfest „Winterlude“ findet jährlich in Ottawa statt, in diesem Jahr vom 5. bis 21. Februar. Das Goethe-Institut hat in Zusammenarbeit mit dem British Council den zwei deutschen Schülern Benjamin Buchwald und Svenja Hermann die Möglichkeit gegeben, an diesem Event teilzunehmen.
Die Schulen aus Eberswalde und Bad Nenndorf haben sich in den vergangenen Jahren im Rahmen des Cape Farewell Projektes mehrmals mit dem Klimawandel befasst. Nun hat jeweils ein Schüler jeder Schule die Möglichkeit bekommen, sein Engagement vom 3. bis zum 9. Februar auch in Kanada auf dem alljährlichen Winterfest unter Beweis zu stellen.
Erst am Abend zuvor angekommen, stand am nächsten Tag eine Präsentation des Cape Farewell Projektes in einer Kanadischen Highschool auf dem Programm. Um die Schüler auch hier zu Projekten zu animieren, sollten außerdem die Aktionen der einzelnen Schulen dargestellt und mit den Schülern diskutiert werden.
Am Wochenende wird „Winterlude“ traditionell abends mit mehreren open-air Partys eröffnet, die Minusgrade stören zu dieser Zeit niemanden mehr. Auf dem Winterfest finden mehrere internationale Eisskulpturenwettbewerbe statt. Es gibt einen Einzel- und einen Doppelwettbewerb, bei beiden müssen die Künstler ihr Kunstwerk nach vorgegebener Zeit fertig gestellt haben.
Eine Skulptur zu bauen war auch das Ziel der beiden Deutschen, allerdings nicht aus Eis, sondern aus recyclebarem Material. Samstag und Sonntag sollten den Besuchern eine Schlange, ein Totem und die Idee dahinter erläutert werden. Die Skulptur ist aus dem Märchen der Gebrüder Grimm „Die weiße Schlange“ entstanden. In diesem Märchen geht es darum, dass die Menschen auf die Natur hören und ihr etwas geben sollen, damit sie etwas zurückbekommen. Von dieser Geschichte inspiriert, hat die Quebecer Künstlerin Mélodie Coutou Skizzen entworfen und zusammen mit einigen Schülern aus Gatineau und den beiden aus Deutschland das Projekt über das Wochenende realisiert. Trotz extremer Temperaturen von teilweise bis -17°C schien täglich die Sonne und der Himmel war klar. Die Tatsache, dass die Arbeit ziemliche Konzentration und auch einiges an Kraft kostete, war hier weiterhin ein Vorteil.
Montagmorgen fanden erneut Präsentationen des Cape Farewell Projektes in zwei Klassen des Collège International des Marcellines statt. Anschließend sollten wiederum mit einer 3. Klasse Projektideen in Richtung des Klimaschutzes zusammen mit den Schülern entwickelt werden. Die Tatsache, dass in Quebec vorwiegend Französisch gesprochen wird, war kein Problem, da jeder Schüler hier außerdem Englisch als Muttersprache beherrscht und ein paar Schüler zudem noch Deutsch als Fremdsprache belegt hatten.
Anschließend, nach einem kurzen Besuch im Goethe Institut in Montreal, ging am Abend schon der Rückflug Richtung Deutschland.
Svenja Hermann
