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11/15/18

Einladung

Die Weihnachtskonzerte finden dieses Jahr finden am 19. und 20. Dezember um 18.00 Uhr im Forum statt.

Anders als in den Vorjahren ist das Programm an den beiden Abenden nicht identisch:

Mittwoch mit: Bläserklasse 5b, Unterstufenchor, Stomp-AG, Junior Big Band, GBN Big Band.

Donnerstag mit: Bläserklasse 6b, Juniorblasorchester, Mittel- und Oberstufenchor, Musik-LK, GBN Big Band.

Eintrittspreise: 3 Euro für Erwachsene, 2 Euro für Schüler. Der Kartenvorverkauf beginnt am 6.Dezember in der großen Pause (Nähe Forum).


Studienfahrt des Seminarfachs « Architecture du pouvoir » nach Paris (27.9-2.10.2009)

Von Machtimpressionen und der Fähigkeit, in Fassaden zu lesen

Als Kunstgattung ist Architektur immer Ausdruck einer bewussten, gestaltenden Tätigkeit des Menschen und somit stets Träger von Bedeutung. Repräsentation von Macht zählt dabei zu den grundlegenden Funktionen von Bauwerken. Und wenn Architektur als Mineral gewordenes Buch verstanden werden kann, ist Paris sicherlich eine der vielfältigsten Biblio­theken des Abendlands.

Um die Bedeutung aus den Fassaden von Monumenten und Häusern zu lesen, fuhr unser Kurs nach Paris. Es galt, die über zwei Semester theoretisch erarbeiteten Erkenntnisse über Macht­strukturen in und durch Architektur vor Ort zu überprüfen und zu erweitern, um dadurch ein geschichtlich wie kunsthistorisch vertieftes Verständnis von Wesen und Gestalt der französischen Metropole zu gewinnen: die Macht der Kirche, die Macht der Könige und der Präsidenten, Macht des Volkes und des Bürgertums, die Macht des Geistes und des Geldes.

Drei Bauwerke mögen als Beispiel für die gelungene Umsetzung dieses Ziels dienen.

Zwei Kursteilnehmerinnen hatten in einer kleinen bzw. großen Facharbeit die sehr wechselhafte Geschichte des Panthéon auf dem Hügel Saint-Geneviève als Machtkampf zwischen weltlicher und kirchlicher Seite sowie zwischen Ancien Regime, République und Empire erarbeitet. Vor Ort wurde nun jedem Teilnehmer der monumentale Charakter des klassizistisch (sowie gotisch!) geprägten Bauwerks spürbar. Mittels eines vorbereiteten Schülerbeitrags wurden den Exkursionsteilnehmern einige Facharbeitsergebnisse vermittelt und konnten unmittelbar als Schablone zur Einordnung der visuellen wie emotionalen Eindrücke dienen. Die bisher nicht thematisierten imposanten Fresken im Inneren der Ruhmeshalle konfrontierten uns sodann mit einigen Ikonen der nationalen Identität Frankreichs (z.B. Saint-Denis, Jeanne d’Arc, Louis IX und Charlemagne), ergänzt durch die Grabstätten bedeutender Politiker, Philosophen, Feldherren und Forscher in der Krypta. Eine solche architektonisch-monumentale Inszenierung des kollektiven Gedenkens nationaler Schlüssel­figuren ist uns deutschen Betrachtern fremd. Die Befremdung zwingt zur Auseinandersetzung, auch mit der eigenen nationalen Identität. Der auf diese Weise markierte wesenhafte Unterschied in deutscher und französischer Kultur stellt ein wichtiges landes­kundliches Element dar, ihn zu reflektieren ist ein Beitrag zur Erreichung inter­kultureller Kompetenz.

In ähnlicher Weise ist die Besichtigung des Arc de Triomphe zu beurteilen, der – mit dem „Grab des unbekannten Soldaten“ – als Gedenkstätte der französischer Armeen von Napoléon Bonaparte bis zum 1. Weltkrieg gilt und bis heute Frankreichs Selbstverständnis als militärische Weltmacht verkörpert. Von Haussmann in die Stadtplanung des 19. Jahrhunderts einbezogen, ließ sich vom Arc de Triomphe aus auch der Wille und die Notwendigkeit der radikalen Umstrukturierung des alten Paris ab 1855 nachvollziehen.

Als neuer Endpunkt der (verlängerten) Axe historique besuchte unser Kurs La Grande Arche (1989), womit wir auch Beispiele jüngster Machtbauten der 5. Republik berück­sichtig­ten, ergänzt durch zwei weitere Grands Projets des Präsidenten François Mitterand: die Pyramide du Louvre des sino-amerikanischen Architekten Ieoh Ming Peis (1989) und die Bibliothèque Nationale (1996). Als diagonal durch die Stadt verteilte Trias wurde so der Wille Mitterands zur Verewigung im kollektiven Gedächtnis Frankreichs und der Welt deutlich.

Dr. Christoph Wolter



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