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Bericht Studienfahrt Kraków/Auschwitz des Seminarfachs „Menschen?Rechte“

Gruppenbild in Krakau

Seit 1948 stellt die Allgemeine Erklärung der Menschenrechte durch die Vereinten Nationen eine Verpflichtung für alle Regierungen dar, für die Sicherheit und den Schutz der Staatsangehörigen zu sorgen. Wie schwerwiegend in der Zeit der deutschen Besatzungsherrschaft und im Holocaust durch die nationalsozialistischen Machthaber und deren zahlreichen Helfer in Polen gegen diese Gebote gehandelt wurde, erfuhren die Schülerinnen und Schüler des Seminarfachs „Menschen?Rechte“ (Leitung: Herr Imhof) während der Studienfahrt vom 25.09.-02.10. 2009.

Schon die Stadtführung durch das vom mittelalterlichen Stadtgrundriss mit dem „schönsten Marktplatz der Welt“, dem Rynek, geprägte Kraków machte Verletzungen der Menschenrechte während des Zweiten Weltkrieges deutlich: Die Stadt wurde wegen des Einflusses von deutschen Siedlern durch die Besatzer kurzerhand zur „deutschen Stadt“ erklärt, die polnischen und jüdischen Bewohner diskriminiert und zu Dienern des arisch-deutschen Herrenvolkes erklärt, die keine weiterführenden Bildungsmöglichkeiten erhalten sollten. Weltbekannte Kulturschätze wie der gotische Hochaltar des Bildhauers Veit Stoß in der Marienkirche wurden entwendet und in das Reichsgebiet verschleppt. Vom Wawel, der ehemaligen Königsburg aus, herrschte Hans Frank über das „Generalgouvernement“ und organisierte die Einrichtung von Ghettos und den Bau von Konzentrations- und Vernichtungslagern. Die Spuren dieser Politik zeigten sich beim Besuch des mit seinen Synagogen und dem Friedhof jüdisch geprägten Stadtteils Kazimierz, aus dem die Juden 1943 auf die gegenüberliegende Weichselseite deportiert wurden und unter menschenunwürdigen Bedingungen hinter den Ghettomauern leben mussten. Von hier aus wurden die bis dahin Überlebenden ein Jahr später in die Vernichtungslager gebracht. Der Besuch der Fabrik Oskar Schindlers, der mit der Beschäftigung von jüdischen Arbeiterinnen und Arbeitern diese vor der Deportation bewahrte, zeigt ein kontrovers diskutiertes - seltenes – Beispiel der Rettung von ca. 1000 Menschen.

Das Treffen mit Schülerinnen und Schülern der Partnerschule in Kazimierz stand unter dem Motto der deutsch-polnischen Begegnung. Nach einem von den polnischen Schülern vorbereiteten und durchgeführten Einführungskurs in die polnische Sprache zeigten die Einheimischen den deutschen Gästen „ihr“ Kraków, beginnend mit dem tollen Blick vom höchsten Turm der Marienkirche am Rynek.

Der anschließende Besuch im Museum Auschwitz-Birkenau mit geführten Touren durch das Stammlager und das Vernichtungslager mit seinem Gaskammern und Krematoriengebäuden machte die grenzenlose Inhumanität und die Unvorstellbarkeit der Verbrechen im deutschen Namen, die an diesem Ort begangen wurden, deutlich. Vertieft wurden die Informationen bei den Besuchen im Archiv des Museums und der Ausstellung von Kunstwerken, die in der Lagerzeit entstanden sind. Die abendlichen Gesprächsrunden behandelten die gemeinsame Aufklärung über die ideologischen Hintergründe der Shoah von Antisemitismus und Rassismus, die Frage nach dem Gewissen der Verantwortlichen und den Möglichkeiten des Widerstands bis hin zur Notwendigkeit, heute mithilfe des ständigen Drängens nach Durchsetzung der Menschenrechte eine für Viele mögliche Wiederholung solcher Taten zu verhindern. Dieses Handeln beginnt im Kleinen, im persönlichen Alltag, und reicht bis zum politischen Engagement für die Achtung der Menschenwürde weltweit.

Alle Teilnehmer zeigten sich zufrieden oder sogar sehr zufrieden mit der Studienfahrt. Betont wurde die „gelungene Mischung“ aus intensiver inhaltlicher Arbeit und den Möglichkeiten, in kleinen Gruppen auch eigenständig Erkundungen zu machen. Der Dank gilt den Schülerinnen und Schülern, die sich auf die nicht einfache Thematik eingelassen haben, neugierig und offen waren für ein unbekanntes Land und sehr engagiert daran mitgewirkt haben, die Fahrt zu einem einprägsamen Erlebnis werden zu lassen.



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