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01/11/18

"Schnuppertag" und Elterninformation

Am 09. Februar sind alle SchülerInnen des Jahrgangs 10 aus anderen Schulen eingeladen, einen Tag am GBN zu hospitieren um uns kennenzulernen. Treff ist 7.55 Uhr in der Cafeteria, bitte anmelden unter info@gymbane.de. Die Elterninformation findet am 13. Februar um 19.00 Uhr im Forum statt, vorher ab 18.00 Uhr eine Information zum bilingualen Geschichtsunterricht spanisch (fortgeführte Fremdsprache).


Ein ehemaliger Schüler des GBN stellt seinen Beruf vor – Hannes Welge

Herr Welge stellt sich vor
Das vollbesetzte Forum

Am 24. April 2009 besuchte unsere Schule ein bekannter, ehemaliger Schüler: Hannes Welge, Mitarbeiter der EU-Kommission.

Organisiert wurde die Veranstaltung von Schülern aus der 11d. Die Moderation übernahmen Helena Serbent und Gwendolin Hoffmann, vor jedem Vortrag spielte Jan Bostelmann auf dem Saxophon die Ode „An die Freude“ vor, die Hymne der EU.

Zu Beginn zeigten Schüler der 11. Klasse einen Film über Interviews, die sie in Hannover zum Thema EU führten. Es verwunderte Herrn Welge nicht sehr, dass viele Leute nicht genau wussten, was momentan in der EU geschieht, da man nicht alles so einfach erklären kann, dass jeder es sofort versteht. Außerdem besteht die Gefahr der Manipulation durch Populisten, wenn die Materie die Menschen überfordert.

Herr Welge hielt dem 10. – 12. Jahrgang einen Vortrag über sein Leben und vor allem über seine Arbeitsstelle. Er wurde 1952 in Hohenbostel als einer von zwei Söhnen der Familie geboren. 1970 machte er hier am GBN sein Abitur als erste Generation in seiner Familie. Er interessierte sich auch schon damals sehr für Politik und Wirtschaft, was er auch später in Hamburg studierte. Allerdings brach er dieses Studium ab, weil er weder Politiker noch Lehrer werden wollte. Schließlich entschied er sich für das Jura-Studium in Göttingen, da es ihm mehr Möglichkeiten bot. Für sein zweites Examen (Referendariat) ging er zurück nach Hamburg und nahm daraufhin auch die Chance zum Auslandsaufenthalt in London wahr und kam so zu einem halbjährigen Aufenthalt nach Bristol. Er war kurzzeitig Anwalt und wurde dann zum Richter ernannt. Dort lernte er auch seine jetzige Ehefrau kennen, mit der er auch drei Söhne hat, von denen zwei bereits ihr Abitur gemacht haben und jetzt studieren. Daraufhin war er zweieinhalb Jahre Büroleiter der Justizministerin, ging dann allerdings wieder zum Gericht zurück und bearbeitete Fälle, die Urheberrecht und Presserecht betrafen. Durch eine veröffentliche Stellenausschreibung bekam er einen zeitlich befristeten Job bei der EG-Kommission und nach einem schwierigen Auswahlverfahren, an dem über 20.000 Bewerber teilnahmen, wurde er fest angestellt. In der EG hat er an verschiedenen Stellen gewirkt, meistens aber im Außenhandel. An diesem Bereich reizte ihn die eigenständige Verantwortung der EU. Er bewarb sich in Washington als Delegierter der EG-Kommission, wurde allerdings nicht berücksichtigt. Danach bewarb er sich für ein akademisches Jahr („Sabbatjahr“) in den USA und konnte dann doch nach Washington D.C. zur Brookings Institution (Think Tank) gehen, wo er ein Jahr lang im Bereich der auswärtigen Beziehungen arbeitete. Als er zurück nach Brüssel kam, machte er die Erfahrung, dass man nach der Rückkehr von einem Auslandsaufenthalt durchaus nicht immer bevorzugt behandelt wird. Kurz darauf ging er für vier Jahre nach Genf in die EG-Delegation, und seit 2002 leben er und seine Familie wieder in Brüssel. Während der langen Zeit der häufigen Umzüge gab es durchaus Schwierigkeiten mit den drei Kindern der Familie, da diese mit den häufigen Wechseln von Umgebung und Freundeskreis nicht einverstanden waren.

Herr Welge kam auch ohne Beitritt in eine Partei beruflich sehr weit, da es ihm schon immer zuwider war, eine Position nur zu bekommen, weil man sich zufälligerweise in der richtigen Partei engagiert.

Daneben erklärte uns Herr Welge einige Details zu seinem Beruf: Er arbeitet in der EG-Kommission, die als einzige in der Europäischen Union (Gemeinschaft) Vorschläge zur Gesetzgebung machen darf. Die Kommission gehört zur Exekutive, d.h. dass sie zu den ausführenden Gewalten der europäischen Gemeinschaft gehört. Das Parlament erkämpft sich mehr Rechte, wodurch der Rat schwächer wird, aber trotzdem durch die Kommission ein Gleichgewicht geschaffen wird. In seiner Position beschäftigt er sich hauptsächlich mit dem internationalen Handel, in dem die Kommission die ausschließliche Kompetenz besitzt. Hiernach erfuhren wir etwas über die Vier Freiheiten, zu denen freier Verkehr des Kapitals, der Waren, der Personen und der Dienstleistungen gehören. Die Beamten der Generaldirektion für Handel sind ebenfalls oft in der WTO (World Trade Organisation) tätig. Die Mehrzahl der Mitarbeiter der Kommission sind Akademiker und gut ausgebildet.

Wir erfuhren auch etwas über das Zustandekommen der Wirtschaftskrise im vergangenen Jahrhundert: nach 1929 wurden die Handlungsschranken hoch gesetzt und es gab hohe Zölle, sodass kaum noch importiert oder exportiert wurde. Die verantwortlichen Politiker wollen nun dafür sorgen, dass so etwas nicht noch einmal als Reaktion auf die jetzige Krise passieren kann.

Im Anschluss an die Vorstellung von Herrn Welge gab es mit dem 10. bis 12. Jahrgang interessante Diskussionsrunden mit einigen spannenden Fragen. Abschließend verabschiedete sich Frau Dr. Gratza-Lüthen im Namen aller Schüler und Lehrer herzlich von Herrn Welge und hoffte darauf, dass auch ihr Nachfolger in den Genuss kommen würde, eines Tages einen Mitarbeiter der EU-Kommission in der Schule zu empfangen.

Tipp: Für mehr Informationen ist das Interview mit Herrn Welge sehr empfehlenswert.

Franziska Tegtmeier, Katja Gärtner, Michelle Voß (Klasse 10b)

 



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