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Exkursion zur Gedenkstätte Bergen-Belsen

Am 2. März 2012, einem Freitag, besuchten die 10b (mit Thema „Das Verhältnis  der Anwohner aus der Gegend zum KZ“) und die 10d (mit Thema „Anne Frank“) die Gedenkstätte Bergen-Belsen. Dort hatten früher ein Truppenübungsplatz und ein Konzentrations- und Gefangenenlager gestanden. Der Truppenübungsplatz existiert noch, das Lager wurde nach der KZ-Befreiung durch die Briten wegen zu hoher Seuchengefahr niedergebrannt. Trotzdem stehen noch einige Überreste. Auch die markanten Massengräber-Hügel kann man noch erkennen. Hier wurden die verstorbenen KZ-Häftlinge in riesigen Massengräbern bestattet. Vor jedem Hügel ist ein kleines Sandstein-Denkmal, auf dem die ungefähre Zahl der Toten in diesem Hügel angegeben ist. Sie beläuft sich meistens auf zwischen 1.000 und 2.500 Personen.

Als erstes wurden wir klassenweise aufgeteilt und uns wurde ein Guide zugewiesen, der uns nun durch die Gedenkstätte führte. Dann wurde uns anhand einer Karte erklärt, wie groß bzw. was Bergen-Belsen überhaupt ist. Unter anderem wurden uns auf der Karte die beiden namensgebenden Orte, also die Stadt „Bergen“ und das Dörfchen „Belsen“ gezeigt.

Mit dem Bus ging es dann weiter an den Bahnhof. Dort wurde uns die Verladung der Gefangenen erklärt. Dann stiegen wir noch in einen Transport-Waggon. Dieser war, wenn man etwas anderes gewohnt ist, schon fast zu eng für uns alle. Innen waren weiße Quadrate auf eine Fläche gemalt. Einmal war diese Fläche in 20 und einmal in 24 Quadrate unterteilt. Die Quadrate zeigen, wie viel Platz eine Person bei dieser Anzahl an Personen auf der Fläche (also einmal 20 und einmal 24 Personen) gehabt hat. Bei 20 Quadraten auf der Fläche ging es noch, bei 24 Quadraten wurde es schon ziemlich eng. Vom Bahnhof sind es ungefähr sechs Kilometer bis zum KZ. Diesen Weg mussten die Gefangenen total erschöpft, ausgehungert und mit gesenkten Köpfen zu Fuß gehen.

Danach fuhren wir mit dem Bus wieder zum KZ zurück und bekamen eine kleine Führung über das Gelände. Uns wurden die Massengräber, die Überreste von einigen Baracken (meiste die unterste Steinreihe der Außenwände) und die Latrinen gezeigt.

Dann ging es zurück in ein schmuckloses, graues Betongebäude, das Haupthaus der Gedenkstätte. Von da aus liefen wir über den Hof in ein anderes Gebäude und bearbeiteten unser Thema „Das Verhältnis  der Anwohner aus der Gegend zum KZ“. Es wurden Arbeitsblätter ausgeteilt, ausgewertet und Diskussionen geführt. Dann durften wir das Museum erkunden. Viele ehemalige Besitztümer der Insassen sind als Fundstücke zu sehen und sehr viele Informationswände und -plakate sind dort ausgestellt. Auch werden alte Filmaufnahmen des KZ und den darin stattgefundenen Handlungen gezeigt. Eine der schrecklichsten Aufnahmen war die, wie unzählige bis auf die Knochen abgemagerte Leichen mit einem Bulldozer in ein Massengrab geschoben wurden.

Nach dem Museum gingen wir noch einmal kurz auf das Gelände. Uns wurde eine Narbe in der Vegetation gezeigt. Darauf eine Sandsteinmauer mit Tor, die mit dem KZ selbst nicht viel zu tun hatte und erst in den 60er-Jahren errichtet wurde. Dann kamen wir zu einem Sandstein-„Schild“, auf dem in großen Buchstaben „Bergen-Belsen - 1940 bis 1945“ steht. Auf diesem lagen sehr viele kleine Steine. Dann ging es weiter zu einer Stelle, an der sehr viele symbolische Grabsteine für Verstorbene von Angehörigen aufgestellt worden sind. Unter anderem befindet sich dort der symbolische Grabstein für Anne Frank und ihre Schwester. Auch hier lagen viele Steine. Es ist ein jüdischer Brauch, als Zeichen der Trauer und der Anteilnahme einen Stein von Zuhause mitzunehmen und auf das Grab, das Denkmal, etc. zu legen. Wir unterhielten uns noch über die Geländenutzung, die schon fast idyllisch wie ein kleiner Park aufgebaut ist und auch so wirkt. Große Grünflächen und Vogelgezwitscher passen unserer Meinung nach eigentlich nicht gut zur Gedenkstätte, allerdings sollte man die Original-Verhältnisse auch nicht wieder aufbauen.

Nachdenklich und überwältigt von den neuen Eindrücken fuhren wir dann mit dem Bus wieder nach Hause.

Cornelia Möhring



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