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11/15/18

Einladung

Die Weihnachtskonzerte finden dieses Jahr finden am 19. und 20. Dezember um 18.00 Uhr im Forum statt.

Anders als in den Vorjahren ist das Programm an den beiden Abenden nicht identisch:

Mittwoch mit: Bläserklasse 5b, Unterstufenchor, Stomp-AG, Junior Big Band, GBN Big Band.

Donnerstag mit: Bläserklasse 6b, Juniorblasorchester, Mittel- und Oberstufenchor, Musik-LK, GBN Big Band.

Eintrittspreise: 3 Euro für Erwachsene, 2 Euro für Schüler. Der Kartenvorverkauf beginnt am 6.Dezember in der großen Pause (Nähe Forum).


KINEMA-Projekt 2005/06

Im Schuljahr 2005/06 hat sich unser Leistungskurs Französisch FR1 unter der Leitung von Frau Oelke im Rahmen des KINEMA-Projekts mit dem sehr ansprechenden Film „A la folie...pas du tout“ (dt.: Wahnsinnig verliebt) von Laetitia Colombani und die französische Gegenseite dem deutschen Film „Zeppelin!“ (nach dem gleichnamigen Roman von Alexander Häusser) von Gordian Maugg auseinandergesetzt. Diese Arbeit möchten wir hier exemplarisch vorstellen und hoffen, so einen kleinen Einblick in die KINEMA-Arbeit am GBN geben zu können.

„A la folie...pas du tout“ handelt von einer jungen Frau, Angélique, (gespielt von „Amélie“ alias Audrey Tatou), die unter Erotomanie leidet und damit das Leben ihres Opfers Loic nahezu unerträglich macht, weil sie sich dessen Liebe eben nur einredet. Loic ist aber glücklich mit Rachel verheiratet und weiß zunächst auch gar nicht, wie ihm geschieht. Seine Ehe scheint sogar fast an den Psychoattacken Angéliques zu zerbrechen.

Das eigentlich interessante an diesem Film ist aber vor allem sein Schnitt, seine Struktur, weil ein und dieselbe Geschichte zweimal erzählt wird bevor sie in einem dritten Teil zu Ende geführt wird : zuerst aus der Sicht von Angélique, wodurch der Zuschauer den Eindruck einer unglücklichen Liebesgeschichte erhält, dann aus der Sicht Loics, wodurch sich der Film in eine Art Psychothriller verwandelt.

In dem Film „Zeppelin!“ geht es um den Hauptdarsteller Matthias, der die Lebensgeschichte seines Großvaters und Vaters rekapituliert, nachdem er dessen Tagebuch – unvollendet – entdeckt. Dazu macht er die Bekanntschaft eines alten Kollegen seines Großvaters vom Zeppelinbau. Rückblickend fügen sich die Puzzlestücke zusammen, wobei zwischen den 3 Zeitebenen „Großvater – Sohn – Enkel“ immer wieder hin und her gesprungen wird. Daher kann man auch sagen, dass der Film drei Handlungsstränge hat, was ihn einerseits zunächst kompliziert erscheinen lässt, ihn andererseits aber auch sehr interessant macht. In den Film eingeflochten ist zudem wieder eine komplizierte Liebesgeschichte sowie Originalaufnahmen zu dem Absturz des Hindenburgs über Lakehurst (1937).

Um einen guten Einstieg in die Filmanalyse zu ermöglichen wurden vom Niedersächsischen Kultusministerium neben den beiden Kinobesuchen zwei Treffen, einerseits mit dem Regisseur Gordian Maugg des Films „Zeppelin“, andererseits mit dem Chefdekorateur Jean-Marc Kardeloh des Films „A la folie...pas du tout“, organisiert. Abgesehen davon, dass solche Treffen nicht alltäglich sind und viele interessante Zusatzinformationen zu den Filmen bieten, wurde dadurch vor allem auch unser Interesse und unsere Neugierde am KINEMA-Projekt geweckt, das erst seit einem Jahr besteht.

Zusätzlich wurde zu Beginn der eigentlichen Unterrichtsphase jedem Schüler ein französischer Partner zugewiesen, mit dem er sich in einem eigens dazu eingerichteten Forum über die Filme, die Erfahrungen und Unterrichtsinhalte austauschen konnte.

Im Unterricht haben wir dann den französischen Film nicht nur unter inhaltlichen, sondern auch unter filmtechnischen Aspekten untersucht. Nach dem Austausch unserer ersten Eindrücke setzten wir uns zuerst intensiv mit der Personenkonstellation der Haupt- und Nebenfiguren auseinander. Aus unseren gewonnenen Erkenntnissen konnten wir gut zu dem Vergleich und der Interpretation der beiden Handlungsstränge übergehen, der schließlich in der Erstellung von Strukturplakaten mündete. Da der Film „A la filoe…pas du tout“ sehr symbolträchtig ist, durfte eine Analyse dieser Symbole (z. B. dominierende Farben) natürlich auch nicht fehlen.

Auch die Behandlung des Begriffes „Erotomanie“ war für das Verständnis des Films sehr hilfreich, zumal bisher kaum einer von uns von dieser Krankheit gehört hatte. Im Unterricht haben wir ihre grundsätzlichen Symptome erarbeitet und sie dann mit denen im Film erkennbaren Symptomen verglichen.

Abschließend haben wir noch arbeitsteilig verschiedene kreative Aufgaben bearbeitet. Dabei haben einige von uns zum Beispiel ein alternatives Ende zum Film entworfen und andere die Handlung aus der Perspektive Rachels in Form eines Tagebuches wiedergegeben.

In der letzten Stunde haben wir uns außerdem noch exemplarisch mit einigen verschiedenen Filmplakaten beschäftigt und sie miteinander verglichen. Wer kann denn erahnen, dass jedes Land sein eigenes Filmplakat hat?

Der Abschluss und Höhepunkt unserer Arbeit bildete das Begegnungsseminar mit den Franzosen in Bonn. Auch wenn wir reichlich Gelegenheit hatten, unsere französischen Partner näher kennen zu lernen, bestand unsere Hauptaufgabe hier in der arbeitsteiligen Bearbeitung von 6 filmübergreifenden Ateliers. Diese bestanden aus jeweils vier französischen und vier deutschen Schülern und waren somit ebenso gemischt wie die Zimmeraufteilung in der Jugendherberge.

Unsere Achtergruppe war dem Atelier „Das filmische Quartett – Bouillon de Culture“ zugewiesen worden, d. h. unsere Aufgabe bestand darin, eine „literarische Talkrunde“ zu beiden Filmbeiträgen zu gestalten. In dieser sollten die jeweiligen Regisseure, zwei positiv, sowie zwei negativ eingestellte Filmkritiker und zwei Moderatoren beide Filme informativ, aber auch kritisch besprechen. Die französischen Schüler erstellten den Teil zu dem deutschen Film auf deutsch und wir den Teil zu dem französischen Film in französischer Sprache. Welche Herausforderung, aber wir hatten ja genügend Möglichkeiten uns gegenseitig zu unterstützen und nach fehlenden Vokabeln zu fragen. Besonders interessant war hierbei auch, dass wir jetzt auch noch intensiver beide Filme vergleichen konnten und dabei so manche Parallele herausgearbeitet haben, obwohl die Filme auf den ersten Blick vielleicht nicht so viel gemeinsam zu haben scheinen. Nach drei arbeitsintensiven, aber auch gewinnbringenden Tagen ging es dann leider schon wieder nach Hause.

Alles in allem können wir abschließend sagen, dass sich nicht nur der Aufenthalt in Bonn als Abschlusshighlight, sondern auch die gesamte Arbeit im KINEMA-Projekt mehr als gelohnt hat. Wir haben uns sehr gut mit unseren französischen Partnern verstanden, aber auch eine Menge über den Umgang mit Filmen, Filmanalyse und Filmkritik gelernt.

Christina Liebens, Elena Burda und Renata von Rössing



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