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Marmor Stein und Eisen bricht - bunte Götter gibt es nicht!?

Der GK in Hamburg
Grundstoff für Farben
Ein bunter Gott

Soso, ihr glaubt also, die Antike sei grau und weiß, weil alle Statuen und Monumente aus Marmor oder Gips gefertigt sind?

Dazu ist nur zu sagen: ERRARE HUMANUM EST!

Denn wir vom Latein-GK von Herrn Deist (ABI-Jg. 2008) sind extra nach Hamburg in die Ausstellung „Bunte Götter“ gefahren, um die farbenfrohe Seite der Zeit der alten Griechen zu erforschen; und ob ihr es glaubt oder nicht, unsere Fotos beweisen, dass die Griechen nicht aus Ehrfurcht vor ihrem hohen Bildungsniveau versteinert und erblichen, sondern dass Tempel und Grabstätten bunt verziert waren. 

Wo die ganzen Farben geblieben sind, fragt ihr euch? Dazu muss man sich erst einmal damit beschäftigen, wie man die Farben überhaupt anfertigte: Zuerst stellte man ein Pulver her, das man durch das Zerreiben bunter Mineralien gewann. Dieses Pulver vermischte man mit Eigelb, Eiweiß oder Öl (keine Angst, dies war kein Rezept für buntes Rührei zu Ostern) und bemalte damit den grauen Marmor oder den weißen Gips. Im Laufe der Jahrtausende verblassten diese Farben allerdings, die chemischen Strukturen veränderten sich durch den Einfluss von Regen und Sonne, wie es bei den meisten Farbstoffen erkennbar ist: die Stoffe werden ausgewaschen oder verbleichen im Licht (daher ist in der Ausstellung das Fotografieren mit Blitz auch strengstens untersagt).

Aber wie kann man dann heute noch herausfinden, was für Farben man verwendet hat und wie die Muster aussahen? Berechtigte Frage, aber auch dafür gibt es natürlich eine Erklärung: Manche Muster sind noch heute zu erkennen, allerdings sind sie meist nur noch als dunkle Schatten zu sehen oder wurden bereits vom Bildhauer als Relief in den Stein gemeißelt. Außerdem lassen die verschiedenen Pigmente ihr Untergrundmaterial unterschiedlich stark verwittern. So bilden sich mehr oder weniger löchrige Strukturen, die sogar mit bloßem Auge erkennbar sind, wenn man in spitzem Winkel Licht auf das Objekt fallen lässt („Streiflicht“). Um exaktere Strukturen zu erkennen bestrahlen Wissenschaftler die Skulpturen mit UV-Licht und fotografieren sie unter Zuhilfenahme eines Schwarzlichtfilters. Auf den Bildern zeichnen sich dann deutliche die gesuchten Muster ab. Über die chemischen Rückstände auf den Monumenten lassen sich auch die verwendeten Pigmente meist eindeutig ermitteln.

Und welche Art von Objekten gab es, die man bemalte? Auch diese Frage wollen wir abschließend beantworten: es wurden viele idealisierte Statuen von Kaisern und Göttern gefertigt, aber auch Tempel- oder Sargverzierungen sowie Gefäße (z.B. als Grabbeigaben) und Tierstatuen gehörten zu den Dingen, die es zu bemalen galt. Gerade bei letzteren überrascht, dass ein Volk, das viele bedeutende Naturphilosophen hervorgebracht hat, bei seiner Kunst nicht viel Wert auf Natürlichkeit und realitätsnahe Darstellung legt, denn wie einige Fotos zeigen färbte man z.B. die Mähnen von Löwen und Pferden rot, grün oder sogar blau.

Na, Interesse geweckt? Wollt ihr euch ein eigenes Bild von der Farbvielfalt der Antike machen? Die Ausstellung wurde bis zum 12. August 2007 verlängert, aber auch in der Forschung wird eure tatkräftige Hilfe auf der Suche nach neuen Erkenntnissen über jene vergangene Zeit dringend benötigt.

Euer Latein-GK 



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